Unser Brief vom 10.06.2009 an die Kommission für Kindermedienschutz
Danke Uli nochmal für den Entwurf :-)
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir sind eine Foren-Gruppe der Bürgerinitiative
DER AUFSTAND ( gemeinsam friedlich aufstehen ),
die sich aus Müttern, Vätern und
Betreuungspersonen
verschiedener Art zusammensetzt.
Über uns können sie sich auch informieren unter
www.der-aufstand.com
In dieser Gruppe äußern wir unsere Gedanken
zur Sendung, welche eher Bedenken sind.
Wie oft hören bzw. lesen wir den Satz:
„Kinder bedürfen unserem Schutz,
unserer Fürsorge…“
Berechtigterweise wird für die Betreuung der
Kinder Qualität und Qualifikation gefordert.
Diese können wir in einer solchen Sendung
nicht finden. Auch Kinderrechte werden hier
für unsere Begriffe nicht ernst genommen.
Kinder sollen das Recht haben, zu
entscheiden, ob sie sich z.B. für Filme und
ganz besonders für solche Experimente
begeistern und teilnehmen möchten. Säuglinge
und Kleinkinder haben noch nicht einmal die
Möglichkeit, für sich zu sprechen. Hier ist
das Gewissen der Eltern gefragt, an dem wir
als Gruppe zweifeln.
Gerade im Säuglings- und Kleinkindalter sind
die tiefe Bindung und das damit verbundene
Vertrauen immens wichtig. Dazu gehört, dass
bei der Übergabe der Betreuung eine
allmähliche und auch begleitende Gewöhnung
an
die neue/n Betreuungsperson/en vonstatten
geht, um dem Kind die Möglichkeit zu bieten,
auch hier Vertrauen zu entwickeln und
entgegenzubringen
In der Sendung „Erwachsene auf
Probe“ können wir diese wichtigen
Schritte nicht feststellen. Laut RTL wären
Eltern/-Teile und Fachpersonal
immer in greifbarer Nähe gewesen. Nur
inwieweit sie die fachliche Qualifikation
dafür haben zweifeln wir stark an.
Aber dann wären wir als Mütter
und Väter auch "Fachkräfte", denn
wir leben und/ oder arbeiten tagtäglich mit
unseren Kindern, mit all den
Höhen und Tiefen die der Alltag so mit sich
bringt.
Die Jugendlichen werden mit ihrer
Unerfahrenheit öffentlich zur Schau gestellt
und damit in eine negative Ecke gedrängt.
Sie sollen Stück für Stück lernen,
Verantwortung zu tragen und mit ihren
Aufgaben zu wachsen, wie jede Familie auch.
Für Experimente, die
Verantwortungsbereitschaft
zu testen, Dummys, die die Bedürfnisse
der Säuglinge darstellen völlig ausreichend.
Auch Vorbereitungskurse, die es
jungen Menschen oder überhaupt
Interessierten
ermöglicht, sind hilfreicher als die
öffentliche Zurschaustellung von
Unerfahrenheit und damit verbundene
Überforderung. In genug Kindereinrichtungen
und Projekten gibt es die Möglichkeiten,
sich
unterstützend in Begleitung und Anleitung
von
Fachpersonal einzubringen.
Wir appellieren an Ihr Interesse, die
Kinderrechte und das damit verbundene
Kindeswohl
auch durchzusetzen und dieses nicht nur als
geschriebenes Gesetz zu betrachten.
Mit freundlichen Grüßen
Melanie Stegemann
Bürgerinitiative
DER AUFSTAND
Postfach 1224
63602 Wächtersbach
Hier die Antwort der Kommision als PDF Datei.....